Dienstag, 5. März 2013

Die Wirtschaft in Südwestfalen - Von Achenbach Buschhütten bis Zoz

Von Ralf Keuper

Mit dem Siegerland verfügt die Region Südwestfalen über eine der ältesten Industrielandschaften Deutschlands, ja Europas. Beispielhaft ist die Geschichte der Eisenwerke,  deren Tradition in unseren Tagen u.a. von der Walzen Irle GmbH fortgeführt wird. Als Denkmäler der Industriekultur hat der gebürtige Siegener Bernd Becher zusammen mit seiner Frau Hilla die markantesten Vertreter fotografisch festgehalten und für die Nachwelt bewahrt. Nebenbei hat das Ehepaar Becher damit noch Kunstgeschichte geschrieben.
Als Weltmarktführer mit einer über 555jährigen Geschichte kann das Familienunternehmen Achenbach Buschhütten als Paradebeispiel für die Siegerländer Industrie gelten , ebenso, wenngleich nicht so "betagt" die SMS-Group, die ihre Ursprünge in Hilchenbach hat. 
Weitere Siegerländer Weltmarktführer sind die Utsch AG aus Siegen und SSI Schäfer aus Neunkirchen. Aus dem Siegerland stammt auch einer der erfolgreichsten und zugleich umstrittensten Unternehmer der deutschen Geschichte - Friedrich Flick

Von großer wirtschaftlicher Bedeutung für die Region Südwestfalen ist die Automobilzulieferindustrie. Exemplarisch dafür sind Mubea aus Attendorn, die Kirchhoff-Gruppe aus Iserlohn, Kostal aus Lüdenscheid und die Hella KG aus Lippstadt (Der Kreis Soest zählt ebenfalls zu Südwestfalen). Die Otto Fuchs KG aus Meinerzhagen ist nicht nur ein großer Automobilzulieferer, sondern über ihre Tochter Schüco auch in der Fenster- und Solarbrache aktiv. Das weltweit größte Werk für die Produktion von Leichtmetallrädern baut derzeit in Thüringen die Borbet GmbH aus Hallenberg. Nach wie vor in unruhigem Fahrwasser befindet sich dagegen Honsel aus Meschede. 

Die Vossloh AG aus Werdohl, seit einiger Zeit im Visier des Milliardärs Heinz Hermann Thiele (Knorr-Bremse), dem wiederum Verkaufsabsichten an ZF nachgesagt werden, ist einer der weltweit führenden Hersteller von Bahntechnik und Bahn-Infrastruktur und zugleich größter Hersteller von Diesellokomotiven in der Welt. 
Neben der Automobilzulieferindustrie sind die Licht- und die Sanitärbranche weitere Industriezweige, in denen südwestfälische Unternehmen den Markt prägen bzw. dominieren. 
Für den Bereich Licht wären das u.a. die Hella KG aus Lippstadt, Trilux aus Arnsberg und Erco aus Lüdenscheid. Im Sanitärbereich sprechen Namen wie Keuco, Dornbracht, Viega und Grohe für sich.

Weiterhin auffallend ist, dass in Südwestfalen mit Krombacher, Veltins und Warsteiner drei der größten und erfolgreichsten Privatbrauereien Deutschlands residieren.

Mit ca. 2.200 Mitarbeitern ist OBO Bettermann aus Menden ein führender Hersteller in der Gebäude- und Installationstechnik. Von vergleichbarer Größe und ähnlich aufgestellt,  ist die EJOT AG aus Bad Berleburg, die sehr erfolgreich in der Verbindungstechnik für die Bereiche Industrie, Bau und Kunststoff aktiv ist.

Für die musikalische Seite ist in Südwestfalen Sonor, ebenfalls aus Bad Berleburg, zuständig. Ihre Schlaginstrumente genießen unter Drummern weltweit einen exzellenten Ruf. Weltweit führender Hersteller von genormten elektrischen Steckvorrichtungen ist die Mennekes-Gruppe aus Kirchhundem (Wikipedia). Als einen der führenden europäischen Hersteller von Armaturen, Reglern und Systemen für die Haustechnik bezeichnet sich Oventrop aus Olsberg. "Größter Hersteller von Industriebatterien in Europas"  - so firmiert HOPPECKE Batterien aus Brilon. In wirtschaftlichen Schwierigkeiten befindet sich die Wepa Papierfabrik aus Arnsberg, mit ca. 3.000 Mitarbeitern und gut 1 Mrd. Euro Umsatz einer der größten Hersteller von Hygienepapier in Europa. 

Der Nanotechnologe, Experte für Hochgeschwindigkeitsmühlen und Unternehmer, Henning Zoz , beweist, dass Südwestfalen eine echte High-Tech-Region ist.

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