Mittwoch, 13. November 2013

Westfälische Pädagogen

Von Ralf Keuper

Schon Sokrates ereiferte sich über die seiner Ansicht nach zunehmende Lernunwilligkeit der Jugend, die vor Autoritäten ebenso wenig Respekt hat wie vor den Lehren der Alten:
Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer. 
Seitdem haben sich ganze Generationen von Pädagogen bemüht, diesen beklagenswerten Zustand zu beheben. Zu den bekanntesten zählen Johann Heinrich Pestalozzi, Maria Montessori und Friedrich Fröbel

Auch in Westfalen fand die Pädagogik eifrige Mitstreiter, von denen Adolf Diesterweg wohl der bekannteste ist und der für seine Zeit ausgesprochen liberale Ansichten vertrat. Seine Pädagogik orientierte sich dabei am Naturalismus. Ihm zu Ehren vergibt die Universität Siegen den "Diesterweg-Ring"

Für seine direkte Bekanntschaft mit Martin Luhter und Philipp Melanchton wurde Hermann Tulichius ebenso berühmt, wie durch seine Schulregeln, die "Leges Tulichianae". 

Mit seiner Allgemeinen Schulverordnung für das Münsterland sorgte Bernhard Overberg für eine Bildungsrevolution. 

Johann Kistemaker verfasste u.a. lateinische, griechische und deutsche Sprachlehrbücher, die auch noch lange nach seinem Tod im Schulunterricht verwendet wurden. Ein Schulreformer war Friedrich Adolf Sauer

Bernhard Natrop war maßgeblich an dem von Wilhem von Humboldt initiierten preußischen Schulgesetzentwurf von 1819 beteiligt. Darüber hinaus gilt er als Wegbereiter der Musikdidaktik. 

In den 1970er Jahren startete in Bielefeld mit der Laborschule ein pädagogisches Experiment, das noch heute bundesweit für Aufsehen sorgt. Bekannt wurde die Schule auch durch ihren charismatischen Gründungsrektor Hartmut von Hentig.

Im Jahr 2012 wurden gleich fünf Pädagogen aus Westfalen mit dem ersten Preis beim Deutschen Lehrerpreis ausgezeichnet.  

Wer sich einen Überblick über die Pädagogische Landschaft in Westfalen-Lippe verschaffen will, kann dies auf den Seiten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) machen. 

Weitere Pädagogen:

Heinrich Ludwig Boerner

Johann Wilhelm Kuithan

Ludwig Adolf Wiese

Georg Hinzpeter ein westfälischer Schulmann

Julius Ostendorf

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