Sonntag, 15. Dezember 2013

Westfälische Numismatiker und Münzsammlungen

Von Ralf Keuper

Die Einführung des Münzgeldes eröffnete dem wirtschaftlichen Treiben der Menschen neue Dimensionen. Als abstraktes Zahlungsmittel hatte es mehrere entscheidende Vorteile, wie seine Wertaufbewahrungsfunktion, seine Wertmess- und Recheneinheitsfunktion sowie seine soziale Funktion. 
Insofern sagt das Münzwesen viel über die sozialen und wirtschaftlichen Umstände einer Zeit aus, weshalb Historiker wie Jacques Le Goff in Das Geld im Mittelalter und Soziologen wie Georg Simmel in seinem epochalen Werk Die Philosophie des Geldes dem Thema große Aufmerksamkeit schenkten. 

Die Numismatik, auch Münzkunde genannt, widmet sich ganz der Beschäftigung mit dem Geld und seiner Geschichte. 

Zu den ersten Numismatikern Westfalens gehört Joseph Niesert. Er hinterließ eine beeindruckende Münzsammlung. 

Ein herausragender Numismatiker war Peter Berghaus, der an der Universität Münster lehrte. Bereits 1951 beschäftigte er sich mit den Währungsgrenzen des westfälischen Oberwesergebietes im Spätmittelalter. Weitere bekannte Numismatiker sind Peter IllischPeter Robert Franke und Dieter Salzmann

Unter den Sammlungen alter Münzen aus Westfalen ragen die Münzsammlung des Gustav-Lübcke-Museums in Hamm  und die Sammlung Kennepohl hervor. 

In Münster werden seit 2006 die Tage der Antiken Numismatik ausgerichtet. Ebenfalls in Münster residiert der Verein der Münzfreunde für Westfalen und Nachbargebiete
In Dortmund findet alljährlich die Westfälische Münz- und Sammler-Börse statt. 

Der Wert des Geldes und einer Währung ist, wie uns derzeit bewusst wird, nicht von politischen Fragen zu trennen. Um diese Bedeutung bzw. Brisanz wusste bereits der preußische Generalmünzdirektor Christian Friedrich Goedeking. So heisst es in der Allgemeinen Deutschen Biographie: 
Goedekings Verdienst war auch die Einführung eines gut funktionierenden Münzsystems in Preußen 1821. Alles dieses wurde die Grundlage für die Zoll- und Münzvereinsverhandlungen in ganz Deutschland, deren erstes Ergebnis, den Münzverein von 1838 mit der Einheitsmünze des Doppeltalers, Goedeking noch erlebte. Sein besonderes Verdienst lag darin, daß durch sein erfolgreiches Wirken im 19. Jahrhundert endlich eine deutsche Münzeinheit durchgeführt werden konnte.
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