Sonntag, 31. März 2013

Preda Mihăilescu-Catalansche Vermutung


Dem rumänischen Mathematiker Preda Mihaliescu gelang während seiner Tätigkeit als Forscher an der Universität Paderborn im Jahr 2002 der Beweis der Catalanschen Vermutung, womit er für weltweites Aufsehen sorgte. In dem Film berichtet Mihaliescu von seiner Zeit in der Stadt und über die Rolle, die  das Paderquellgebiet für seine bahnbrechende Entdeckung gespielt hat. 


Samstag, 30. März 2013

Dienstag, 19. März 2013

Samstag, 16. März 2013

Stahlbaugeschichte in Dortmund (Ausstellung im Hoesch-Museum)

Ein Film über die Ausstellung zur Stahlbaugeschichte in Dortmund, die eng mit Namen wie Jucho und Klönne verbunden ist. Die Stahlkonstruktionen aus Dortmund sind über die ganze Welt verteilt, vom Kölner Hauptbahnhof bis zu den ersten Hochhäusern in Shanghai. 
Startschuss für den Dortmunder Stahlbau war die Errichtung der Köln-Mindener-Eisenbahn Mitte des 19. Jahrhunderts. 

Weitere Informationen:

Spuren aus Stahl 

Spuren von Jucho, Klönne und Union Brückenbau in Dortmund




Freitag, 15. März 2013

Die gemeinsame Geschichte der Sachsen und Westfalen

Von Ralf Keuper

Die Geschichte Westfalens ist eng mit der der Sachsen und des ehemaligen Stammesherzogtums Sachsen verbunden. So war Widukind in seiner Zeit als Anführer der Sachsen (Dux Saxonum) bekannt, der mit Karl dem Großen in den Sachsenkriegen mehrfach heftig zusammenstieß, zum Schluss aber besiegt wurde und zum christlichen Glauben übertrat. Seine Gefolgs- und Landsleute folgten seinem Beispiel, indem sie das Sächsische Taufgelöbnis ablegten. Der Missionar Lebuin berichtet von Marklo, dem zentralen Versammlungsort der vorchristlichen Sachsen, vom Historiker Hermann Rothert auch als sächsischer Landtag bezeichnet. Um 830 entstand das altsächsische Großepos Heliand

Mit dem Eintritt Ottos des Großen in die Geschichte wendete sich das Blatt zugunsten der Sachsen, was von dem Chronisten Widukind von Corvey in seiner Sachsengeschichte sinngemäß mit den Worten kommentiert wurde, dass Sachsen nun vom Diener Frankens zu dessen Herr geworden sei. 

Auch noch Werner Rolevincks Das Buch zum Lobe Westfalens aus dem 15. Jahrhundert trägt den Zusatz "des alten Sachsenlandes". 
Jedoch führen die Spuren noch weiter zurück: Der Sage nach haben Hengrist und Horsa im 5. Jahrhundert ihren Bund zur Eroberung Britanniens in Bünde bei Herford geschlossen. Später waren sie dann maßgeblich daran beteiligt, dass das heutige Großbritannien deutliche sächsische Einflüsse aufweist, wie z.B. die Namen Wessex und Sussex belegen. In der Weltwirtschaft spricht man noch heute gelegentlich von dem angelsächsischen Modell, zur Beschreibung einer bestimmten Bevölkerungsgruppe der USA wird zuweilen das Akronym WASP = White Anglo-Saxon Protestant verwendet, was so viel heisst wie "weißer angelsächsischer Protestant. 

Donnerstag, 14. März 2013

Rivalen der Zettelkästen: Blumenberg vs. Luhmann

Von Ralf Keuper

In der SZ berichtete gestern Thomas Steinfeld (Der Geist im Dunkeln) von der Ausstellung Zettelkästen. Maschinen der Phantasie, die derzeit im Literaturmuseum der Moderne in Marbach stattfindet. Als Kuriosität taucht dort u.a. eine Notiz des Münsteraner Philosophen Hans Blumenberg als Reaktion auf eine Bemerkung des Bielefelder Soziologen Niklas Luhmann in dessen Aufsatz Kommunikation mit Zettelkästen auf. Darin schreibt Luhmann, dass er bereits 26 Jahre regen Gebrauch von Zettelkästen mache, was Blumenberg am Rand mit einer 40 quittiert und dem noch ein Ausrufungszeichen hinzufügt. 

Wer hätte das gedacht: Zettelkästen als Mittel spätpubertären Imponiergehabes ;-) 

Der Artikel enthält noch den Hinweis auf das Buch ZettelWirtschaft von Markus Krajewski. 

Weitere Informationen: Niklas Luhmann - Der Zettelkasten

Mittwoch, 13. März 2013

Die Wirtschaft in Westfalen (Gesamtüberblick)

Von Ralf Keuper

Schon in ihren Bildern aus Westfalen schrieb die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff
Wenn wir von Westfalen reden, so begreifen wir darunter einen großen, sehr verschiedenen Landstrich, verschieden nicht nur den weit auseinanderliegenden Stammwurzeln seiner Bevölkerung nach, sondern auch in allem, was die Physiognomie des Landes bildet oder wesentlich darauf zurückwirkt, in Klima, Naturform, Erwerbsquellen und, als Folge dessen, in Kultur, Sitten Charakter und selbst Körperbildung seiner Bewohner: daher möchten wohl wenige Teile unseres Deutschlands einer so vielseitigen Beleuchtung bedürfen.
Die von der Droste skizzierten (aus heutiger Sicht nicht unproblematischen und weitgehend überholten) Unterschiede spiegeln sich auch in der Wirtschaftsstruktur der westfälischen Regionen wieder. Gemeinsam ist ihnen allen jedoch der im Vergleich zum Landes- und Bundesdurchschnitt hohe Anteil des produzierenden Gewerbes, was mit dazu beigetragen hat, dass die westfälische Wirtschaft bisher besser durch die Krise gekommen ist als die rheinische. Ebenso ist es die große Zahl mittelständisch geprägter Unternehmen, die nicht selten mehrere hundert Millionen Euro umsetzen, die ein gemeinsames Band zwischen den Regionen bildet. Große, milliardenschwere Konzerne sind in Westfalen dagegen - zumindest wenn sich der Blick ins Rheinland wendet - eher selten und wenn, dann befinden sie sich fast ausnahmslos in Familienhand, was wiederum ungewöhnlich ist.

Was die Anzahl der Branchen betrifft, ist Ostwestfalen-Lippe die vielschichtigste Region Westfalens. Allen voran die Möbelindustrie und der Maschinenbau wie auch der neue "Shooting Star" - die industrielle Verbindungstechnik. Daneben sind es noch die Textil- und die Ernährungsindustrie, die der Wirtschaft der Region ihr Gesicht geben. 

Die Wirtschaftsstruktur Südwestfalens ist geprägt von der Automobilzulieferindustrie, dem Maschinenbau wie auch der Sanitär- und Lichtindustrie. Überhaupt kann die Industrie in Südwestfalen, insbesondere im Siegerland, auf die längste Tradition in NRW zurückblicken. Trotzdem ist Südwestfalen noch immer eine der am meisten unterschätzten Industrieregionen Deutschlands. Besserung ist jedoch in Sicht.  

Das Münsterland ist gemessen an den Arbeitslosenzahlen die wirtschaftlich gesündeste Region Nordrhein-Westfalens, was nicht zuletzt auch daran abzulesen ist, dass die Kommunen mit der geringsten Verschuldung in NRW fast allesamt von hier stammen. Dienstleistungsmetropole der Region ist unbestritten und unangefochten Münster. Darüber hinaus glänzt die Stadt mit einer Wirtschaftskraft, die sie  in den einschlägigen Rankings meistens an der Spitze platziert. 

Die ehemalige Wiege der Industrie, das Ruhrgebiet, trägt nach wie vor schwer an dem Strukturwandel weg von Kohle und Stahl hin zur Dienstleistungsökonomie. Dabei sind die Fortschritte beachtlich, beispielsweise mit Blick auf Dortmund als einem der führenden IT-Standorte Deutschlands. Weitere Impulsgeber für die Region sind die Mikrosystemtechnik und die Logistik ebenso wie die nicht zu unterschätzende Anzahl innovativer mittelständischer Unternehmen wie Wilo, Elmos,  adesso, GEA, G-Data und Dorma.

Von erheblicher Bedeutung für die Wirtschaft in Westfalen ist die - glücklicherweise - dichte Hochschullandschaft, wenngleich die Aufgabe der Universität nicht ausschließlich darin bestehen kann und darf, der Wirtschaft zu dienen.

Vor einigen Jahren veröffentliche die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe eine Analyse mit dem Titel Wachstums- und Strukturanalyse - Westfalen-Lippe im Vergleich zum Rheinland, der einige Jahre später die Westfalen-Initiative ihre Stärke- und Schwächen Analyse folgen ließ. 

Die vergangen Jahre haben die von der Westfalen-Initiative befürwortete Stärkung des tertiären Sektors, der Diensleistungsbranche, widerlegt. Damit folgte sie seinerzeit (2001) der allgemeinen Stimmung, die in der Industrialisierung die Ursache für Deutschlands Rolle als "Kranker Mann Europas" sah. Glücklicherweise sind wir in Westfalen wie in Deutschland generell diesen Forderungen nicht in der gewünschten Weise nachgekommen. 
Mittlerweile häufen sich jedoch wieder die Stimmen, die vor einer "Re-Industrialisierung" Deutschlands glauben warnen zu müssen. 

Insgesamt also ist das Bild der westfälischen Wirtschaft ebenso bunt wie in allen anderen Bereichen, große, schwerfällige Einheiten sind unsere Sache weniger, eher schon kleine, flexible Einheiten. Wie die Beispiele Ostwestfalen-Lippe, Südwestfalen und Münsterland zeigen, ist die periphere Lage nicht immer von Nachteil, lässt sie doch Erwartungen, die Landespolitik in Düsseldorf möge sie mehr beachten und Hilfestellungen leisten, als nicht so wichtig erscheinen. 

Eine erfrischend andere Perspektive verglichen mit den ständigen Wehklagen des Landschaftsverbandes und anderer Akteure.

Samstag, 9. März 2013

Die Wirtschaft im (westfälischen) Ruhrgebiet - Von Adesso bis Zimbo

Von Ralf Keuper

"Viel erreicht - wenig gewonnen" - so lautet der Titel eines Buches, das vor einiger Zeit für Aufsehen gesorgt hat. Darin attestieren die Autoren Jörg Bogumil u.a. dem Ruhrgebiet zwar einige Fortschritte beim langwierigen und zähen Strukturwandel, nur fällt der Ertrag der vielen Bemühungen, gemessen an der Zahl der Arbeitsplätze und der Kaufkraft, bescheiden aus. Als einen der Gründe machen die Autoren das im Ruhrgebiet nach wie vor weit verbreitete Kirchturms-Denken aus und ernten damit neben Widerspruch auch viel Zustimmung. 

Bei aller berechtigten Kritik der Struktur- und Kommunalpolitik der vergangenen Jahre und Jahrzehnte, kommt die Tatsache zu kurz, dass die Region über eine beachtliche Zahl aufstrebender und innovativer Unternehmen verfügt, die ein anderes Bild zeichnen. Zwar reicht es noch nicht, den Aderlass durch den Niedergang der Schwerindustrie auszugleichen, jedoch liefern die Beispiele genügend Stoff, um zuversichtlich zu sein.

Grund dafür ist auch, dass die Region über ein dichtes Netz an Universitäten und Forschungseinrichtungen verfügt, das von der größten Universität Deutschlands, gemessen an der Zahl der eingeschriebenen Studenten, der FernUni Hagen bis zur ersten Privatuni Deutschlands, der Uni Witten-Herdecke reicht. Daneben bzw. dazwischen sind es die Technische Universität Dortmund und die RuhrUni Bochum, die Westfälische Hochschule wie auch die neuen Hochschulen Ruhr West und Hamm-Lippstadt, die der Wissenschaft im Ruhrgebiet ein Gesicht geben.

Kaum ein Projekt der letzten Jahre verdeutlicht den Wandel der Region zum Technologiestandort so sehr wie das Technologiezentrum Dortmund, das als eines der erfolgreichsten seiner Art in Europa gilt. Dortmund ist nicht nur einer der führenden Standorte für die Mikrosystemtechnik, sondern auch als Logistikstandort von überregionaler Bedeutung.

Beispielhaft für den Wandel stehen Unternehmen wie die adesso AG und die Materna AG, die zu den größten IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen Deutschlands zählen. Der Dortmunder Halbleiterhersteller Elmos Semiconductor AG hat sich mit großem Erfolg auf vollintegrierte Mixed-Singal Lösungen (ASCISs) spezialisiert. Das alles trägt mit dazu bei, dass Dortmund inzwischen einer der größten IT-Standorte Deutschlands ist. Aber nicht nur das: Mit dem Pumpenhersteller Wilo SE, der erst kürzlich bekannt gab, in Dortmund kräftig investieren zu wollen und dem weltweit tätigen Ingenieurunternehmen Uhde, sind weitere zukunftsträchtige Branchen in der Region beheimatet. Größter deutscher Übertragungsnetzbetreiber ist die Amprion GmbH. Im Rest der Republik weitgehend unbekannt ist, dass Dortmund u.a. mit der Signal-Iduna-Gruppe und Continentale auch ein wichtiger Versicherungsplatz ist. An die Tradition der Schwerindustrie des Ruhrgebiets knüpfen die Montanhydraulik-Gruppe aus Holzwickede und die Eickhoff-Gruppe aus Bochum, Weltmarktführer bei Hochleistungsmaschinen für Bergbautechnik, an. Aus Bochum stammt auch die GEA AG, die sich auf Technologien im Wärme- und Stoffaustausch konzentriert und damit im Jahr 2011 ca. 5.5 Mrd. Euro umsetzte bei weltweit 23.000 Mitarbeitern. In Bochum hat auch die Deutsche BP ihren Sitz ebenso wie die G Data Software AG, laut eigener Aussage "eines der erfolgreichsten und ältesten Sicherheitssoftware-Unternehmen der Welt". Nicht zu vergessen die Wollschläger-Gruppe, Beschaffungsdiensteistungsunternehmen und Systemanbieter für die Materialwirtschaft.

Die größte inhabergeführte Parfümerie-Kette Deutschlands ist Pieper aus Herne. Eine der größten Drogerieketten hierzulande ist die Douglas Holding aus Hagen. Aus Hagen stammt auch die erste deutsche Ölfabrik, die Carl Bechem GmbH. In den Mauern der Stadt feiert in diesem Jahr Brandt-Zwieback sein 100jähriges Bestehen. Mit ihren chemischen Baustoffen wurde die Ardex AG aus Witten Weltmarktführer. Der größte Arbeitgeber der Stadt ist die Deutsche Edelstahlwerke GmbH. Für viele überraschend ist, dass der größte unabhängige Fahrzeugtuner, die Brabus GmbH, aus Bottrop kommt. Mit ihren Schließsystemen eroberte Dorma aus Enneptal weltweit die Spitzenposition. Weltmarktführer im Bereich der Vorhang- und Zweiradschlösser ist ABUS. Überhaupt gilt das Unternehmen aus Wetter-Volmarstein als führend in der Sicherheitstechnik. 

Die älteste Schraubenfabrik Deutschlands, bekannt durch ihre Marke SPAX, ist Altenloh, Brinck & Co. in Ennepetal. Wohl kaum ein Unternehmen ist so eng mit der Geschichte des Ruhrgebiets verbunden wie die Ruhrkohle AG (RAG) in Herne, die sich auch nach dem Ende des Steinkohlebergbaus am Markt behaupten will. Dazu sollen die Bereiche Energieerzeugung (Pumpkraftwerke) und der umfangreiche Immobilienbesitz beitragen. Eines der größten Trinkwasserversorgungsunternehmen Deutschlands ist die Gelsenwasser AG aus Gelsenkirchen. Ebenfalls im Bereich Entsorgung aktiv ist mit Remondis die familiengeführte Rethmann-Gruppe aus Lünen, die mit 45.000 Mitarbeitern über 10 Mrd. Euro umsetzt. Bereits im Jahr 1895 gegründet, ist die Westfälische Drahtindustrie (WDI) einer der größten Arbeitgeber in Hamm.

In letzter Zeit mit eher negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam gemacht hat der Fleisch- und Wurstwarenhersteller Zimbo aus Bochum.

Freitag, 8. März 2013

Die Wirtschaft in Ostwestfalen Lippe - Von Ahlers bis Zwiebelzwerg

Von Ralf Keuper

"Ostwestfalen-Lippe - Ganz oben in Nordrhein-Westfalen" - mit diesem Slogan wirbt die Ostwestfalen Marketing GmbH und spielt damit auf die hohe Wirtschaftskraft der Region an. 

Tatsächlich ist die Region wie kaum ein andere in Deutschland von Unternehmen geprägt, die in ihren Branchen zu den Marktführern zählen, häufig mehrere Milliarden Euro im Jahr umsetzen und fast durchgängig in Familienhand sind. In dieser Konstellation für eine eher ländliche Region einmalig in Deutschland. 

Das mit Abstand größte Unternehmen in Familienhand in OWL ist die Bertelsmann AG aus Gütersloh, die mit weltweit über 100.000 Mitarbeitern einen Umsatz von ca. 16 Mrd. Euro erzielt. Dahinter rangieren die Oetker-Gruppe aus Bielefeld (25.000 Mitarbeiter und ca. 10 Mrd. Euro Umsatz) und die Benteler AG aus Paderborn (30.000 Mitarbeiter und ca. 7.5 Mrd. Euro Umsatz). Damit ist die Liste noch lange nicht vollständig. Das neben Oetker wohl bekannteste westfälische Unternehmen ist Miele & Cie. aus Gütersloh. Vom Bekanntheitsgrad nicht weit davon entfernt ist der Landmaschinenhersteller Claas aus Harsewinkel, Europas Nr. 1.  In Paderborn residiert der weltweit zweitgrößte Hersteller von Geldautomaten und elektronischen Kassensystemen, die Wincor Nixdorf AG. Der größte Werkzeugmaschinenhersteller der Welt ist die Gildemeister AG aus Bielefeld. Hörmann aus Steinhagen ist Weltmarktführer bei Toren und Torsystemen. Hettich aus Kirchlengern gilt als weltweit führender Hersteller von Zierbeschlägen für die Möbelindustrie. 

Überhaupt ist die Möbelindustrie neben dem Maschinenbau und der Elektrotechnik die wichtigste Branche in OWL. So kommen ca. 40% aller Möbel und gar 66% aller Küchenmöbel Deutschlands aus der Region. Namen wie Nobilia, Häcker und Sie Matic stehen dafür stellvertretend.

Der Maschinenbau Ostwestfalen-Lippes rangiert nach der Region Stuttgart an zweiter Stelle in Deutschland. Erst in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, hat die Elektrotechnik, und hier insbesondere die elektrische Verbindungstechnik. Nachdem die Region mit dem  Projekt "It´s OWL" im Excellenzwettbewerb der Bundesregierung als einer der Sieger hervorging, gilt OWL auch international als führender Technologiestandort. Welch herausragende Stellung die ostwestälisch-lippischen Unternehmen in der Verbindungstechnik einnehmen, liest sich auf der Homepage von It´s OWL so: ." In der Industrieelektronik setzen Beckhoff, Harting, KEB, Lenze, Phoenix Contact, WAGO und Weidmüller Weltstandards – insbesondere in der Verbindungstechnik (Weltmarktanteil von 75 %)."

Die Nahrungsmittelindustrie ist ebenfalls ein wichtiger Faktor der ostwestfälisch-lippischen Wirtschaft. Prominentester Branchenvertreter ist Dr. Oetker. Daneben gibt es aber auch noch andere namhafte Hersteller wie die Storck KG aus Halle (nimm2, Toffifee, merci-Schokolade usw.) und nicht zu vergessen die Wurstwarenhersteller, die vor allem im Kreis Gütersloh bzw. in der Stadt Versmold angesiedelt sind, wie z.B. Wiltmann, Reinert und Nöllke

Eine weitere wichtige Branche in OWL ist die Textil- und Bekleidungsindustrie. Ahlers, Bugatti, Gerry Weber, Seidensticker, Delius, Katag und Union Knopf sind nur einige der Namen, die den hohen Stellenwert der Textilbranche in OWL verdeutlichen.

Mit Bügelpressen für Oberhemden wurde Kannegiesser aus Vlotho zum Weltmarktführer. Mit ihren Produkten rund um das Thema Zahntechnik gilt die Gebr. Brasseler GmbH aus Lemgo als führend in der Welt. Ebenfalls weltweit führend in ihrem Segment der Fomatkreissägen ist Altendorf aus Minden. In Minden residiert auch der Markenartikelhersteller für den Haushaltsbedarf und die Gastronomie, die Melitta Unternehmensgruppe.

Europas größter unabhängiger Computerhersteller ist die Wortmann AG aus Hüllhorst im Kreis Herford. Der Namensvetter Wortmann Schuh-Holding aus Detmold zählt zu den führenden Schuhproduktions- und Vertriebsunternehmen Europas. Nach eigener Aussage internationaler Marktführer für die Entwicklung und Fertigung innovativer Sitzsysteme für Nutzfahrzeuge ist ISRI aus Lemgo.

In der Logistik spielt neben der Bertelsmann-Tochter arvato vor allem die Nagel-Gruppe aus Versmold in der Europa-Liga. Mit fast 10.000 Mitarbeitern erzielt Nagel einen Umsatz von ca. 1.3 Mrd. Euro. 

Für schöngeistige Literatur sorgen in OWL Schöningh aus Paderborn und der Zwiebelzwerg Verlag in Willebadessen (Kreis Höxter).

Dienstag, 5. März 2013

Die Wirtschaft in Südwestfalen - Von Achenbach Buschhütten bis Zoz

Von Ralf Keuper

Mit dem Siegerland verfügt die Region Südwestfalen über eine der ältesten Industrielandschaften Deutschlands, ja Europas. Beispielhaft ist die Geschichte der Eisenwerke,  deren Tradition in unseren Tagen u.a. von der Walzen Irle GmbH fortgeführt wird. Als Denkmäler der Industriekultur hat der gebürtige Siegener Bernd Becher zusammen mit seiner Frau Hilla die markantesten Vertreter fotografisch festgehalten und für die Nachwelt bewahrt. Nebenbei hat das Ehepaar Becher damit noch Kunstgeschichte geschrieben.
Als Weltmarktführer mit einer über 555jährigen Geschichte kann das Familienunternehmen Achenbach Buschhütten als Paradebeispiel für die Siegerländer Industrie gelten , ebenso, wenngleich nicht so "betagt" die SMS-Group, die ihre Ursprünge in Hilchenbach hat. 
Weitere Siegerländer Weltmarktführer sind die Utsch AG aus Siegen und SSI Schäfer aus Neunkirchen. Aus dem Siegerland stammt auch einer der erfolgreichsten und zugleich umstrittensten Unternehmer der deutschen Geschichte - Friedrich Flick

Von großer wirtschaftlicher Bedeutung für die Region Südwestfalen ist die Automobilzulieferindustrie. Exemplarisch dafür sind Mubea aus Attendorn, die Kirchhoff-Gruppe aus Iserlohn, Kostal aus Lüdenscheid und die Hella KG aus Lippstadt (Der Kreis Soest zählt ebenfalls zu Südwestfalen). Die Otto Fuchs KG aus Meinerzhagen ist nicht nur ein großer Automobilzulieferer, sondern über ihre Tochter Schüco auch in der Fenster- und Solarbrache aktiv. Das weltweit größte Werk für die Produktion von Leichtmetallrädern baut derzeit in Thüringen die Borbet GmbH aus Hallenberg. Nach wie vor in unruhigem Fahrwasser befindet sich dagegen Honsel aus Meschede. 

Die Vossloh AG aus Werdohl, seit einiger Zeit im Visier des Milliardärs Heinz Hermann Thiele (Knorr-Bremse), dem wiederum Verkaufsabsichten an ZF nachgesagt werden, ist einer der weltweit führenden Hersteller von Bahntechnik und Bahn-Infrastruktur und zugleich größter Hersteller von Diesellokomotiven in der Welt. 
Neben der Automobilzulieferindustrie sind die Licht- und die Sanitärbranche weitere Industriezweige, in denen südwestfälische Unternehmen den Markt prägen bzw. dominieren. 
Für den Bereich Licht wären das u.a. die Hella KG aus Lippstadt, Trilux aus Arnsberg und Erco aus Lüdenscheid. Im Sanitärbereich sprechen Namen wie Keuco, Dornbracht, Viega und Grohe für sich.

Weiterhin auffallend ist, dass in Südwestfalen mit Krombacher, Veltins und Warsteiner drei der größten und erfolgreichsten Privatbrauereien Deutschlands residieren.

Mit ca. 2.200 Mitarbeitern ist OBO Bettermann aus Menden ein führender Hersteller in der Gebäude- und Installationstechnik. Von vergleichbarer Größe und ähnlich aufgestellt,  ist die EJOT AG aus Bad Berleburg, die sehr erfolgreich in der Verbindungstechnik für die Bereiche Industrie, Bau und Kunststoff aktiv ist.

Für die musikalische Seite ist in Südwestfalen Sonor, ebenfalls aus Bad Berleburg, zuständig. Ihre Schlaginstrumente genießen unter Drummern weltweit einen exzellenten Ruf. Weltweit führender Hersteller von genormten elektrischen Steckvorrichtungen ist die Mennekes-Gruppe aus Kirchhundem (Wikipedia). Als einen der führenden europäischen Hersteller von Armaturen, Reglern und Systemen für die Haustechnik bezeichnet sich Oventrop aus Olsberg. "Größter Hersteller von Industriebatterien in Europas"  - so firmiert HOPPECKE Batterien aus Brilon. In wirtschaftlichen Schwierigkeiten befindet sich die Wepa Papierfabrik aus Arnsberg, mit ca. 3.000 Mitarbeitern und gut 1 Mrd. Euro Umsatz einer der größten Hersteller von Hygienepapier in Europa. 

Der Nanotechnologe, Experte für Hochgeschwindigkeitsmühlen und Unternehmer, Henning Zoz , beweist, dass Südwestfalen eine echte High-Tech-Region ist.

Sonntag, 3. März 2013

Die Wirtschaft im Münsterland - von apetito bis zeb associates

Von Ralf Keuper

Wenn von den sog. "Hidden Champions" aus Westfalen die Rede ist, geht der Blick meistens in Richtung Ost- und Südwestfalen. Das Münsterland erscheint im Vergleich dazu ländlich, fast noch agrarisch geprägt zu sein. Das Bild der münsterländischen Parklandschaft und der Beamtenstadt Münster sitzt noch immer in vielen Köpfen.  

Dabei liegt das Münsterland bei den wirtschaftlichen Kennzahlen, wie der Beschäftigung, an der Spitze in Westfalen wie auch in NRW (Allen voran der Kreis Coesfeld). Und auch die Zahl mittelständischer Unternehmen, die erfolgreich auf den Weltmärkten unterwegs sind, ist beeindruckend. So ist die VEKA AG aus Sendenhorst weltweit führend in der Herstellung von Kunststoffprofilen. Schmitz Cargobull aus Altenberge ist der größte Hersteller von LKW-Aufliegern in Europa. 

Ebenfalls Spitze in Europa ist der Badewannen-Hersteller Kaldewei aus Ahlen. Weltmarktführer in der Hochleistungssortiertechnik ist die Beumer-Gruppe aus Beckum, die sich in letzter Zeit durch einige Unternehmenskäufe verstärkt hat. Die Jöst-Gruppe aus Buldern gilt als Paradebeispiel des deutschen Mittelstandes. Weltweit aktiv ist auch Haver & Boecker aus Oelde. Einer der führenden europäischen Hersteller flexibler Verpackungen aus Kunststoff und Papier ist Bischof + Klein aus Lengerich. Zur Spitzengruppe in der Folienherstellung und -veredelung zählt die Nordenia International AG aus Greven. Ebenfalls in Greven beheimatet ist der Pionier der Kontraktlogistik, die Fiege-Gruppe. Als weltweit größter Anbieter von Industriegetrieben hat sich die A. Friedr. Flender AG aus Bocholt einen Namen gemacht. In Bocholt residiert auch die Duvenbeck-Gruppe, die seit einigen Jahren  ein rasantes Wachstum hinlegt. Die Vesuvius GmbH aus Borken ist weltweit führender Zulieferer für die Gießerei und Stahlindustrie. Winkhaus in Telgte ist vor allem wegen seiner Schließanlagen ein Begriff. Das Familienunternehmen hält 600 Schutzrechte und Anmeldungen beim Deutschen Patentamt. 

Mehr als 1,3 Millionen Menschen verzehren täglich die Speisen der apetito AG aus Rheine. Damit gehört das Unternehmen, das mit fast 9.000 Mitarbeitern ca. 700 Mio. Euro umsetzt, zu den Markt- und Innovationsführern in der Gemeinschaftsverpflegung und im Endverbrauchermarkt (Wikipedia). Das größte deutsche Molkereiunternehmen ist die Deutsches Milchkontor GmbH (DMK), deren Geschäftsführung und zentrale Verwaltung in Everswinkel residieren. "Weltweit Maßstab für Systemmöbel höchster Qualität" - so bezeichnet sich die hülsta-Gruppe aus Stadtlohn und steht mit dieser Ansicht gewiss nicht allein. Pionier der Geothermie und der Bohrtechnik sowie Marktführer in Deutschland, wahrscheinlich auch in Europa, ist die Daldrup & Söhne AG in Ascheberg. 

Die Universtäts- und Bischoffsstadt Münster ist nicht nur Dienstleistungs-, Handels- und Verwaltungsmetropole des Münsterlandes, sondern verfügt mit Unternehmen wie BASF Coatings, Brillux und Hengst Automotive über echte "Global Player". Ebenso wenig sind die Westfalen AG und Agravis auf ihren Heimatmarkt Westfalen beschränkt. Daneben wird Münster als Sitz der Provinzial NordWest, der LVM, der GAD, der Finanz Informatik, des Westfälisch-Lippischen Sparkassenverbandes, der LBS und der Unternehmensberatung zeb associates  seinem Ruf als Verwaltungs- und (Finanz-) Dienstleistungsmetropole gerecht. 

An Bedeutung in den letzten Jahrzehnten deutlich verloren hat im Münsterland dagegen die Textilindustrie, deren wechselvolle Geschichte vor allem mit dem Auf- und Abstieg der Van Delden-Gruppe verbunden ist. Auf eine lange und nach wie vor lebendige Tradition kann der Textilhandel zurückblicken. Die mit Abstand erfolgreichsten Branchenvertreter sind die Brenninkmeyers aus Mettingen, Eigentümer von C&A. Aber auch Ernstings Familiy und Takko gehören dazu.

Den Siegeszug des Internet hat sich die Shopware AG aus Schöppingen zu Nutze gemacht. Inzwischen ist sie einer der führenden Hersteller von eCommerce Software in Deutschland. "Kleinster Global Player in der Königsliga der Standardsoftware" nennt sich Tobit Software aus Ahaus. Die Auszeichnung "Gründer des Jahrzehnts" erhielt im vergangenen Jahr Michael Urban, der 1996 in Münster den Onlineshop buch.de gründete.

Samstag, 2. März 2013

Die Nordwestdeutsche Philharmonie im Portrait

Ein Filmportrait der Nordwestdeutschen Philharmonie aus Herford anlässlich des 60jährigen Bestehens von Annette Wangenheim


Ballett Dortmund: "Der Traum der roten Kammer"



Ein Trailer der Co-Produktion Der Traum der roten Kammer des Ballett Dortmund mit dem Choreographen Xing Peng Wang aus Hong Kong. Wie Manager Tobias Ehinger in der Probenreportage sagt,  das einzige Tanzstück im Westen, das sich mit einem östlichen Thema beschäftigt. Bisher wurde im Westen noch nie ein chinesischer bzw. asiatischer Stoff aufgegriffen. Weitere Besonderheit ist, dass die Tänzer auf einer Fläche tanzen, die sich dreht. Blickfang und Stilmittel sind die Kostüme in chinesischer Tradition.