Sonntag, 30. Juni 2013

Donnerstag, 20. Juni 2013

New Banking: Ein Besuch im Bankery in Gütersloh

Von Ralf Keuper

Mit dem Bankery ist das ostwestfälische Gütersloh seit Kurzem um eine Attraktion reicher. Wie die Namensbezeichnung und der Slogan "Bank und Genuss" andeuten, verfolgt die Volksbank Gütersloh mit dem Bankery einen neuen, innovativen Ansatz.  

Davon konnte ich mich jetzt persönlich bei einem Besuch in Gütersloh, wo ich übrigens auch meine Banklehre bei der dortigen Sparkasse absolviert habe, überzeugen. 

Kurz nach dem Betreten wurde ich von einer freundlichen und aufmerksamen Volksbank-Mitarbeiterin, Frau Jennifer Klapper, begrüßt, die sich dann auch die Zeit nahm, mir das Konzept bzw. die Philosophie der Bankery näher zu erläutern.  

Die Volksbank Gütersloh betreibt das Bankery getreu ihrem Geschäftsprinzip mit einem einheimischen Gastronomen, d.h. man kann das Bankery auch "nur" für den kulinarischen Genuss nutzen.
Das Bankgeschäft hält sich auf den ersten Blick dezent im Hintergrund. 

Die Atmosphäre ist, wie für eine Gastronomie üblich, ungezwungen, fast schon locker. Damit ist vielen Kunden die Schwellenangst, die sie häufig am Betreten einer Bank hindert, genommen. Dadurch, dass die Kommunikation offener ist als sonst, verläuft der Dialog mit den Kunden auch anders, was auch bedeutet, dass die Kunden mit ihrer Kritik nicht hinterm Berg halten, so denn ein Grund dazu besteht.

Kundenberater für spezielle Themen sind zwar nicht ständig vor Ort, können aber bedarfsweise oder nach vorheriger Absprache hinzugezogen werden - auch nach Feierabend. 

Das Bankery verwendet die neuesten Technologien. So stehen den Kunden für Informations- und Beratungszwecke mehrere iPads zur Verfügung, die im Layout der Volksbank Gütersloh gestaltet sind. Über eigene Apps kann sich der Kunde/die Kundin über das Angebot und die sonstigen Leistungen und Aktivitäten der Volksbank einen Eindruck verschaffen. 

Die VR-Bank Card Plus sorgt für die Verbindung zur heimischen Wirtschaft; für eine Regionalbank ein nicht unwesentlicher Punkt. 

Erklärtes Ziel der Volksbank Gütersloh mit dem Bankery ist es, die Bank erfahrbar zu machen. Dies gelingt ihr, indem sie mehrere Sinne anspricht: 
Die Haptik wird über den Touchscreen des iPads angesprochen, die Symbolik mittels  bildhafter Darstellungen wie der eines Lebensbaums, dessen Zweige und Wurzeln die Angebote und Leistungen repräsentieren, und natürlich über die sinnliche Erfahrung beim Essen und Trinken. 

Dieses Zusammenspiel macht für mich das Konzept des Bankery einzigartig in der Branche. Darüber hinaus ist das Bankery für die Bank und Kunden ein neuer Ort, an dem man neue Erfahrungen durch die Interaktion untereinander wie auch mit den unterstützenden Technologien sammeln kann. Hinzu kommt für die Bank noch ein Werbeeffekt, was völlig legitim ist. Ebenso wichtig für eine Volksbank ist der regionale Gedanke, wie er durch das Bankery verkörpert wird. 

Kurzum: Das Bankery ist sowohl menschlich wie auch banklich und kulinarisch einen Besuch wert.

Crosspost von Bankstil 

Montag, 17. Juni 2013

Hermann Hirsch aus Dortmund: "Deutschlands bester Naturfotograf"

Der erst 19-jährige Hermann Hirsch, frischgebackener Abiturient aus Dortmund, wurde von der  Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) für seine Aufnahme eines Fuchses "in sehr viel sattem Grün", wie die Welt am Sonntag zu berichten weiss, ausgezeichnet und gilt damit als Deutschlands derzeit bester Naturfotograf. 

Auf seiner Homepage kann sich jeder Interessierte einen Einblick in das Hobby des jungen Naturfotografen verschaffen.

Allein sein Blog ist eine weitere Auszeichnung wert. 



Freitag, 7. Juni 2013

Westfälische Dichter und Schriftsteller

Von Ralf Keuper

Sollte es mit der Mundfaulheit, die man den Westfalen allgemein nachsagt, etwas auf sich haben, so hat sich das jedenfalls nicht negativ auf das literarische Schaffen ausgewirkt. 

Wüssten wir seinen Namen, so könnte man mit Fug und Recht den Verfasser des Heliand als ersten Dichter bezeichnen, der in Westfalen gewirkt hat. Annette von Droste-Hülshoff darf mit gutem Grund als eine der bedeutendsten Dichterinnen Deutschlands bezeichnet werden. Ferdinand Freligrath war mit seinen Gedichten ein Wegbereiter der revolutionären Bewegungen in Deutschland im 19. Jahrhundert. Nicht ganz so revolutionär war Levin Schücking, zeitweilig mit Annette von Droste-Hülshoff "liiert" und ein Weggefährte von Ferdinand Freiligrath, mit dem zusammen er das Buch "Das malerische und romantische Westfalen" verfasst hat, unterwegs. Schon deutlich revolutionärer als Schücking in ihren Schriften bzw. Stücken waren die beiden Detmolder Georg Weerth und Chrisitan Dietrich Grabbe (Freiligraht stammte übrigens auch aus Detmold). Einer der erfolgreichsten Schriftsteller seiner Zeit war Friedrich Wilhelm Weber, dessen mit Abstand bekanntestes Werk "Dreizehnlinden" ist. Lange Zeit verkannt und erst langsam wieder entdeckt wird das Werk von Peter Hille, den Stefan Zweig in seiner autobiografischen Schrift "Die Welt von Gestern" portraitiert hat. In Paderborn fand Luise Hensel ihre letzte Ruhe. Hertha König war nicht nur eine ungewöhnlich begabte Dichterin, sondern auch noch eine perfekte Gastgeberin und großzügige Mäzenin. 
Mit Ernst Meister und Peter Rühmkorf verfügt Westfalen über zwei Büchner-Preisträger.

Siegfried Kessemeier hat sich mit seinem Werk der plattdeutschen Sprache verschrieben. Mit seinem "Westphälischem Sittenbild" hat Otto Jägersbach ein Stück Literaturgeschichte geschrieben. Der gebürtige Verler Norbert Johannimloh hat mit "Regenbogen über der Appelbaumchaussee" Provinzliteratur im besten Sinne des Wortes geschaffen. Im Jahr 2008 gewann der gebürtige Bielefelder Tilmann Rammstedt den rennomierten Ingeborg Bachmann-Preis. Hans-Ulrich Treichel aus Versmold hat zwischenzeitlich seinen Frieden mit Westfalen gemacht. Nur wenig bekannt sein dürfte, dass der Rechtprofessor und Romanautor Bernhard Schlink gebürtiger Bielefelder ist. 

Das waren noch längst nicht alle, wie schon allein ein Blick in das Literaturportal Westfalen belegt. 

Westfalenlied

Das Westfalenlied, gesungen von den Fischer-Chören. 



Mittwoch, 5. Juni 2013

Design-Hochburg Westfalen

Von Ralf Keuper

Die Anzahl westfälischer Unternehmen, die mit Design-Preisen überhäuft werden, ist bemerkenswert.  
Auffallend viele Preisträger kommen dabei aus der Sanitärbranche, wie Keuco , Dornbracht  und Kaldewei  Aber auch die Möbelbranche mit den Markenherstellern interlübke , poggenpohl und Hülsta ebenso wie die Leuchten-Hersteller Trilux und Erco sind in der Gruppe vertreten. Für Hella ist das Licht ein Design-Faktor

Eine Sonderstellung nimmt der wohl bekannteste Markenhersteller Westfalens, Miele, ein. Dort hat man eine eigene Seite eingerichtet, auf der die bisher gewonnenen Design-Preise aufgelistet sind. 

Der Hersteller von Türklinken Franz Schneider Brakel (FSB) hat mit seiner FSB-Edition  Designgeschichte geschrieben. Ebenfalls ein Stück zur Designgeschichte beigetragen hat Warsteiner mit seiner Entwicklung zur Designer-Marke, die mit so klangvollen Namen wie Colani und Warhol verbunden ist. Mit dem Büroartikel-Hersteller Durable aus Iserlohn, Erfinder der Klemm-Mappe, verfügt die Region über ein weiteres Unternehmen in der Design- Spitzengruppe 
Für die Wiedenbrücker Nielsen Design GmbH, Weltmarktführer für Rahmenprofile aus Aluminium, ist der Namenszusatz Programm. 
Der mehrfach mit internationalen Design-Preisen ausgezeichnete Hersteller von Vorhang-Garnituren Interstil aus Werther (Kreis Gütersloh) zeigt, dass sich scheinbar profane Produkte und anspruchsvolles Design nicht ausschließen müssen. 
Der Hersteller für elektronische Verbindungstechnik Weidmüller aus Detmold gewann mit seinem Spannungsprüfer "Digi Check Pro" den German Design Award 2013

Der wohl bekannteste (Industrie-) Designer der Region ist Dieter Sieger , direkter „Nachmieter“ von Luigi Colani auf Schloss Harkotten in Sassenberg-Füchtorf (Kreis Warendorf). 

Unter den Modedesignerinnen haben Annette GörtzFriederike von Müller (Puddingtown)  und Siggi Spiegelburg, überregionale Wirkung. 

Auch "Herr der Knoten" wird der international angesagte Teppich-Designer Jan Kath aus Bochum genannt. 

Leuchtturm mit Strahlkraft über die ganze Region ist das Dortmunder U. In Espelkamp (Kreis Minden-Lübbecke) residiert sogar der Zentralverband Europäischer Designkultur.

Unter den Hochschulen sind es vor allem die FH‘s in Dortmund und Bielefeld, die immer wieder für bundesweite Schlagzeilen sorgen.

Das Museum MARTa in Herford hat sich neben der zeitgenössischen Möbelkunst auch das Design auf die Fahnen geschrieben. 

Weitere Informationen:

Badewannen, Isolierbecher und Küchenschränke: Red Dot Awards für Design aus Westfalen

German Design Award 2015: Auszeichnungen für TRILUX Produktdesign


Samstag, 1. Juni 2013

Lichtfabrik Südwestfalen

Von Ralf Keuper

Langsam und weitgehend unbemerkt hat sich die Lichtindustrie zu einer Schlüsselbranche in Südwestfalen entwickelt, deren Strahlkraft weit über die Region hinaus reicht. 

Allen voran die Lippstädter Hella KG, mit rund 5 Mrd. € Umsatz und nahezu 25.000 Mitarbeitern ein "Global Player". 
Mit Trilux beherbergt die Region ein weiteres Unternehmen von Weltrang, das obendrein führend bei LED-Leuchten ist. Ebenfalls in diese Kategorie gehört Erco, dessen Wahlspruch nicht umsonst lautet: "Wir verkaufen in erster Linie Licht und nicht Leuchten". 

Alles andere als Schattengewächse sind die Brumberg Leuchten GmbH aus Sundern und die Albrecht Jung GmbH & Co.KG aus Schalksmühle, die mit ihrem zusammen mit der Fachhochschule Südwestfalen entwickelten Beleuchtungssystem VitaLED® für Aufmerksamkeit sorgten. 

Neben der Fachhochschule Südwestfalen ist vor allem das L-LAB, Forschungsinstitut für Lichttechnik und Mechatronik, das von der Universität Paderborn und der Hella KGaA betrieben wird, zu nennen. Und nicht zu vergessen: Das Deutsche Institut für angewandte Lichttechnik in Lüdenscheid. 

Seine künstlerische Entsprechung findet das Thema Licht in Westfalen im Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna

Ein Lichtkünstler von internationalem Rang war Otto Piene

Weitere Informationen: