Montag, 10. Februar 2014

"Pumpernickel. Das schwarze Brot der Westfalen" von Carin Gentner

Von Ralf Keuper

Die Entstehungsgeschichte des Pumpernickel gibt noch immer Anlass zu Spekulationen und zur Legendenbildung. Etliche Heimat- und Sprachforscher haben sich über die Jahrhunderte bemüht, das Geheimnis zu lüften - mit begrenztem Erfolg.
Besonderer Beliebtheit erfreute sich die Anekdote, wonach die Bezeichnung Pumpernickel auf einen französischen Soldaten aus Napoleons Armee zurückgeht, der auf seinem Ritt durch Westfalen nach Brot gefragt haben soll und daraufhin Schwarzbrot gereicht bekam. Schon bei dessen Anblick soll er gesagt haben, das Brot sei gerade gut genug pour Nickel - womit er sein Pferd meinte. 

Demgegenüber wählt Carin Gentner in ihrem Buch Pumpernickel. Das schwarze Brot der Westfalen einen weitaus fundierteren Ansatz, wobei sie den Begriffs- und Bedeutungswandel des Pumpernickel während der Jahrhunderte beleuchtet. Wie schon Heinrich Eduard Jacob in seinem Klassiker 6000 Jahre Brot die kulturgeschichtliche Bedeutung dieses Grundnahrungsmittels hervorhob, so ist auch Genter bemüht, den Pumpernickel in seiner Verbindung mit der kulturellen und geschichtlichen Entwicklung Westfalens darzustellen. 

Häufig war das westfälische Schwarzbrot Gegenstand von Spottreden, in denen die vermeintliche Rückständigkeit Westfalens zitiert wurde, wie von Voltaire. Vor diesem Hintergrund ist es wissenswert, dass der Pumpernickel außerhalb Westfalens einige Fürsprecher fand, wie den Schwaben Karl Julius Weber, der als Entgegnung auf Voltaires Behauptung, das westfälische Schwarzbrot sei wie Stein, in seinen Briefen eines in Deutschland reisenden Deutschen notierte:
.. aber dieser Stein kommt in Westphalen selbst auf die Tafeln der Großen und Reichen zum Nachtische mit Butter und Schinkenschnitten und hat mir gemundet. 
Damit dürfte das Kapitel wohl noch nicht abgeschlossen sein ..

In Soest existiert noch heute mit der Bäckerei Haverland die älteste noch bestehende Pumpernickelbäckerei der Welt. 

Lesenswert in dem Zusammenhang ist der Beitrag Pumpernickel, ein Brot für Liebhaber von Petra Foede

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