Samstag, 25. Juni 2016

Westfalen News #33

Von Ralf Keuper

Wiederum eine Aufstellung einiger Beiträge aus und über Westfalen, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind:

Intralogistik: Eine Paradedisziplin der westfälischen Wirtschaft

Von Ralf Keuper

Die Intralogistik steht häufig noch im Schatten der eher klassischen Logistik, womit in erster Linie das Fracht- und Speditionswesen gemeint ist. Kaum noch zu übersehen ist jedoch, dass Software eine Schlüsselstellung in der Logistik übernommen hat. Das wurde erst in dieser Woche mit der Übernahme von Dematic durch den deutschen Gabelstapler-Hersteller Kion einmal mehr deutlich. Kion legt für die Übernahme des Herstellers von Förder- und Lagersystemen sowie von Sortieranlagen und die dazugehörige Software, wie das Handelsblatt schreibt, 1,85 Milliarden Euro hin. In der FAZ kommentiert Uwe Marx in Software statt Stapler den Kauf:
Kion will entschiedener denn je weg vom reinen Gabelstaplerhersteller und hin zum Anbieter vernetzter Logistiklösungen. Mehr Software, weniger Metall - so lautet die Botschaft. In der sogenannten Logisitk 4.0 sieht das Unternehmen größere Wachstumschancen als bei den klassischen Staplern, dem wachsenden Online-Handel sei Dank. 
Vor einigen Wochen fand in Hannover die Branchen-Leitmesse Cemat statt, worüber das Handelsblatt in Die Digitalisierung der Intralogistik: Science-Fiction in der Lagerhalle berichtete. Darin kommt u.a. Christoph Beumer, Vorsitzender des Cemat Präsidiums, und darüber hinaus Eigentümer der Beumer Group aus Beckum zu Wort. Die Beumer Group (Platz 7) gehört mit SSI Schäfer (Platz 2) aus Neunkirchen (Kreis Siegen) zu den zehn größte Herstellern von Intralogistik weltweit. 

Zum näheren Kreis dazu zählen lassen sich m.E. noch Lödige Industries (Weltmarktführer for Air Cargo Terminals) und Haver & Boecker

Die TU Dortmund bietet übrigens das Modul Intralogistik an. 

Mittwoch, 22. Juni 2016

Westfalenlied – Ein Heimatfilm vom Land der Roten Erde von 1957

"Ein großer echter Heimatfilm vom Land der Roten Erde" - so bewarb Regisseur und Produzent Karl-Heinz Kramer seinen Film "Westfalenlied", der im April 1957 in Münster seine umjubelte Premiere feierte. Anders als die gängigen Genreproduktionen jener Zeit, handelte es sich bei diesem "Heimatfilm" allerdings nicht um einen Spielfilm, sondern um eine Dokumentation, damals auch "Kulturfilm" genannt. (Quelle: YouTube) 

Samstag, 18. Juni 2016

Heimatabend Bielefeld (Filmdokumentation)

Von Ralf Keuper

Bielefeld, so heisst es zu Beginn der Filmdokumentation, hat mit ostwestfälischer Beharrlichkeit geschafft, war nur wenige Städte hin bekommen haben: den Strukturwandel. Bielefelds Aufstieg zur Industriestadt begann im 19. Jahrhundert mit der Produktion, Verarbeitung und dem Handel mit Textilien, vor allem mit Leinen. Aus dieser Zeit stammt eines der Wahrzeichen der Stadt: Die Ravensberger Spinnerei, im Volksmund auch RaSpi genannt. Die Ravensberger Spinnerei war im 19. Jahrhundert zeitweise die größte ihrer Art in Europa. 


Nach den Spinnereien kamen die Webereien, denen dann die metallverarbeitenden Betriebe folgten. 
Hermann Vogelsang hat den Wandel der Bielefelder Industrie während des 19 Jahrhunderts treffend beschrieben:
Es ist nicht zu übersehen, dass der Entwicklung der Bielefelder Industrie eine innere Logik zugrunde gelegen hat. Anders als etwa im Ruhrgebiet, dessen Industrialisierung vom Bergbau und der Schwerindustrie ausgegangen ist, machte hier die Textilindustrie, auf der Basis des heimischen Leinengewerbes, den Vorreiter im Übergang zum Fabriksystem. Mit den Textilbetrieben entstand zugleich eine erhebliche Nachrage nach Produkten von Zulieferern, und davon profitierten nicht nur die in handwerklichen Formen arbeitenden Bauunternehmen, sondern auch die mechanischen Werkstätten und Gießereien, aus denen wiederum größere Fabriken hervorgingen.

Das Textilgewerbe brachte andererseits große Mengen von Geweben - Leinen, Seide, Plüsch - auf den Markt, so dass eine Weiterverarbeitung am Ort lohnend erscheinen musste. Die Wäschefabrikation erzeugte einen hohen Bedarf an Nähmaschinen, und auch sie wurden in immer größeren Stückzahlen in Bielefelder Unternehmen hergestellt. Dieselben Firmen begannen in den 80er Jahren damit, Fahrräder zu produzieren; es entstand hierfür ein neuer Markt, weil mit dem Fabriksystem die Trennung von Wohnung und Arbeitsstätte erforderlich geworden war und weil wegen der größeren Ausdehnung der Stadt - und anderer Städte - die täglichen Wege weiter wurden. Da öffentliche Verkehrsmittel noch fehlten, bot das Fahrrad gewissen Ersatz. (in: Geschichte der Stadt Bielefeld Band II. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkriegs)
Noch heute ist Bielefeld bzw. Ostwestfalen-Lippe nach der Region Stuttgart der größte Maschinenbau-Standort in Deutschland. 

Erst relativ spät betrat das heute mit Abstand bekannteste Unternehmen Bielefelds die Bühne: Dr. Oetker. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr sein 125jähriges Bestehen. 
Namhafte Unternehmen bis in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg waren Kochs Alder und die Anker Werke.  Gesellschaftlicher Höhepunkt war in Bielefeld das Schützenfest. Seit nunmehr 185 Jahren feiert die Schützengemeinschaft von 1831 auf dem Johannisberg
Weitere Meilensteine der Stadtentwicklung waren die Gründung der Bethelschen Anstalten und - gut hundert Jahre später - die Gründung der Universität Bielefeld. Letztere steht für den Wandel Bielefelds von einer Industrie- zur Dienstleistungsstadt. 
Für Kontoversen sorgte der Bau des Ostwestfalendamms sowie der geplante Abriss der Ravensberger Spinnerei, der durch eine parteiübergreifenden Konsens bzw. Aufstand abgewendet werden konnte - glücklicherweise. 

Freitag, 17. Juni 2016

Eröffnung des neuen Bildungszentrums von Phoenix Contact

Von Ralf Keuper

Vor wenigen Tagen eröffnete Phoenix Contact in Schieder-Schwalenberg sein neues Bildungszentrum. Ein wichtiger Schritt in die Zukunft, wie der Filmbeitrag zeigt. 

Dienstag, 14. Juni 2016

Auf den Spuren romanischer Wandmalerei in Westfalen (Kurzfilm)

In romanischer Zeit erlebte die Kirchenkunst einen großen Aufschwung. Westfalen ist reich an Wandmalereien mit figürlichen Darstellungen. Die Künstler haben die Kirchenwände genutzt, um den leseunkundigen Gläubigen die biblischen Botschaften näher zu bringen. Infolge von Zerstörung oder Übermalung ist nur noch ein kleiner Teil der figürlichen Wandmalerei erhalten. Doch, wenn man genau hin sieht, kann man in dem Wenigen viel über die Zeit und Kunst entdecken (Mitschrift) 

Weitere Informationen:

Sonntag, 12. Juni 2016

Warendorf 1983 - Straßen einer alten Stadt

Von Ralf Keuper

Zu der Zeit, als der Film entstand, besuchte ich in Warendorf die Schule. Ein gutes Stück des Weges sind wir, von Sassenberg kommend, mit dem Schulbus jeden Tag gefahren. Nun könnte der Film, mit Wiener Kaffeehausmusik unterlegt, nostalgische Gefühle, Erinnerungen an "Die Welt von Gestern" wecken.. Nicht so ganz. Sooo viel hat sich seitdem - zum Glück? - nicht geändert. Pecher jedenfalls nicht ;-) 


Der letzte Cowboy kommt aus Gütersloh (Song)

Samstag, 11. Juni 2016

"Pole Poppenspäler" - frei nach Theodor Storm (Film)

Im Jahre 1935 wurde der Film "Pole Poppenspäler" in Lemgo und in Schwalenberg gedreht. Es handelt sich um die Verfilmung der Novelle von Theodor Storm. Drehorte waren das Haus Weege, die Breite Straße, der Marktplatz und die Ölmühle am Schloß Brake. (Quelle: YouTube)

Westfalen News #32

Von Ralf Keuper

Wiederum eine Aufstellung einiger Beiträge aus und über Westfalen, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind:

Bottrop dir gehört mein Herz (Lied)

Weser-Combo – Das Westfalenlied

Hexenwahn in Lemgo (Film)

Von Ralf Keuper

Im 16. und 17. Jahrhundert wütete in Deutschland der Hexenwahn, dem zigtausend Menschen zum Opfer fielen. Lemgo war einer der Orte, an dem die Hexenverfolgung besonders verbreitet war. Zu zweifelhaftem Ruhm brachte es der sog. Hexenbürgermeister Hermann Cothmann, der im Hexenbürgemeisterhaus, einem Wahrzeichen der Stadt Lemgo, wohnte. 


In Lemgo dauerte der Hexenwahn fast einhundert Jahre. Mehr als 250 Frauen und Männer fielen der Hexenverfolgung in Lemgo zum Opfer. Vom Hexenwahn waren katholische und evangelische "Gläubige" gleichermaßen befallen. Um in den Verdacht zu geraten, eine Hexe zu sein, reichten häufig Denunziationen von Mitbürgern aus, die den oder die Betreffende bei der Ausübung magischer Handlungen beobachtet haben wollten, wie im Fall des lutherischen Pfarrers Andreas Koch.  Koch wurde zum Verhängnis, dass er öffentlich seine Zweifel am Sinn und Zweck der Hexenverfolgungen äußerte. 
Besonders makaber an den Hexenprozessen war, dass die Opfer für die Kosten ihrer Folterung und der "Gerichtsverfahren" aufkommen mussten. Die Hexenverfolgung war demnach auch ein lukratives Geschäft. 
Nur wenige Kilometer von Lemgo entfernt, in Paderborn, erhob der Jesuit Friedrich von Spee als einer der Ersten in Deutschland in seiner Cautio Criminalis seine Stimme gegen die Hexenverfolgung. 

Gewohnt satirisch hat sich Monty Python mit dem Thema Hexenverbrennung beschäftigt. 

Weitere Informationen:

Schneller, höher, weiter! Paderborner Sportgeschichte - Der Film zum Buch

Sonntag, 5. Juni 2016

Westfalen News #31

Von Ralf Keuper

Wiederum eine Aufstellung einiger Beiträge aus und über Westfalen, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind:

Samstag, 4. Juni 2016

Jazz in Westfalen

Von Ralf Keuper

Der Jazz wird in seiner künstlerischen Bedeutung häufig mit der klassischen Musik verglichen. Es hat einige Zeit gebraucht, bis diese Musikrichtung in Europa Fuss fassen konnte. Inzwischen ist sie aus dem Musikleben in Westfalen nicht mehr wegzudenken. Über die Jahrzehnte hat sich zwischen Rhein und Weser eine lebhafte Jazz-Szene etabliert. 


Seit 1994 wird in Münster der Westfalen-Jazz-Preis verliehen. 

Wer sich über die Jazz-Szene in NRW auf dem Laufenden halten will, sollte das Jazzportal für Nordrhein-Westfalen aufsuchen.  

Informativ ist auch die Analyse des Jazz in Nordrhein-Westfalen Jazz We Can

Ein international anerkannter Jazz-Komponist und -Pianist ist der aus Bochum stammende Georg Gräwe. Im vergangenen Jahr erhielt Gräwe den SWR-Jazzpreis, den ältesten Jazz-Preis Deutschlands. 

Dass sich klassische Musik und der Jazz näher kommen, belegt nicht zuletzt die Zusammenarbeit des Jazz-Komponisten Vadim Neselovskyi mit der Philharmonie Westfalen im vergangenen Jahr. Im Jahr 2009 trat die Neue Philharmonie Westfalen zusammen mit Lang Lang und Herbie Hancok auf. 


Münster - Von den Anfängen bis zum Jahr 1200

Von Ralf Keuper

Der informative Film Münster - Von den Anfängen bis zum Jahr 1200 bringt uns die Entstehungsgeschichte der Stadt Münster näher. Bemerkenswert ist u.a. , dass es von 300 bis 600 n. Chr. in und um Münster eine sog. Siedlungsleere gegeben hat. Die erste überlieferte Bezeichnung der Stadt ist die aus dem Sächsischen stammende Mimigernaford. 
Wichtige innerstädtische Gebäude waren das Strunkinghus, der Bispinghof und der Brockhof. Bedeutende Handelsrouten waren die friesische und die rheinische Fernhandelsstraße. 

Ihren Aufstieg zur Stadt verdankt Münster der Erhebung zum Bistum und Bischofssitz.

Vor einigen Jahren hat Ferdinand Fischer die Geschichte der Stadt in dem historischen Roman Mimigernaford verarbeitet.  



Lippe Lied (Hamm)